Krieg, Seuchen und Schokolade.
Der 30jährige Krieg, der von 1618-1648 wütete, verwüstet und entvölkerte das Land, verursachte Seuchen und Hungersnöte. Verständlich, dass unter solchen Umständen, die Menschen andere Interessen hatten, als sich über die neusten Luxusgetränke wie Schokolade, Tee oder Kaffee zu informieren.
Natürlich tranken auch in Deutschland zuerst die Adeligen und Könige Schokolade. Hier, wie im restlichen Europa, verteilte der rege Austausch zwischen den Königshäusern die Schokolade über die deutsche aristokratische und höfische Welt.
Schokolade macht stark und gesund.

Von den normalen Bürgern, Bauern – dem gemeinen Volk wurde Schokolade zunächst vor allem als Arzneimittel zur Kenntnis genommen. In Apotheken, als Gesundheitschokolade wurde sie pur oder mit Zusätzen als Heil- und Stärkungsmittel verkauft.
Der holländische Leibarzt Cornelius Bontekoe (1640-1688) des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg (1630 -1688) half entscheidend bei der Verbreitung von Schokolade mit. Er empfahl das exotische Getränk als Wundarznei und ebenfalls als Stärkungsmittel.
Ebenso wie eines der meistverkauften Apothekenbücher des 17. und 18. Jh. „Pharmacopeia medico-chymica“ oder zu Deutsch „ Artzney-Schatz“ (Autor: Johann Christian Schröder, 1600-1664). Dieses Werk fasste alle gängigen medizinischen Lehren und Heilmittel der Zeit zusammen und war und das was etwas besonders, nicht ausschließlich auf lateinisch, sondern eben auch auf Deutsch erhältlich. So konnten nicht nur Gelehrte dieses Werk nutzen, sondern auch die Bürger, die des Lesens mächtig war.
Natürlich gab es auch Übersetzungen ausländischer Schokoladentraktate wie z.B. „Drey Neue Curieuse Tractätgen/ Von Dem Trancke Cafe, Sinesischen The, und der Chocolata…“ von dem französischen Autors P.S. Dufour, 1686.
Schon gewußt?
Die Geschichte der Schokolade beginnt vor ca. 4000 Jahren. Allerdings nicht in fester, sondern in flüssiger Form. Im nachfolgenden Text geniessen die Deutschen zu Beginn ihre Schokolade noch als Getränk und am Ende beissen sie bereits in die ersten Tafelschokoladen.
Schokolade einfach lecker.
Die Entwicklung vom medizinischen Getränk zu einem des reinen Genusses, erfolgte recht schnell. Zum einem sicher durch die ausländische Literatur, die neben den medizinischen Aspekt auch immer den Genuss betonte. Zum anderen durch die Weiterentwicklung der Medizin, dem Aufkommen neuer Theorien und der damit beginnenden langsamen Abwendung von der Lehre der Körpersäfte.
Schokoladensteuer macht Schokolade teuer.
Die Schokolade, die der Niederländer Jan Jantz von Huesden in seinem Lokal servierte war aufgrund einer 10%igen Luxussteuer allerdings so teuer, dass sich der Schokogenuss allein aufgrund dessen, den reichen Bürgern und Adeligen vorbehalten war.
Auch in Preußen wurde Schokolade besteuert. Obwohl selbst ein großer Schokoliebhaber, verteuerte Friedrich II. die Schokolade durch hohe Luxussteuern. Damit wollte er verhindern, dass zu viele Devisen ins Ausland flossen. Seiner Ansicht nach musst durchaus nicht jeder in seinem Königreich Schokolade trinken.
Schokolade als Reisesouvenir.

Karl VI. (1685-1740) brachte um 1711 die Schokolade mit an den Wiener Hof. Aus dem Hause Habsburg stammend wird er Schokolade am spanischen Hof Kennen gelernt haben.
In Wien konnte man eine Tasse Schokolade um 1760 herum für 7 – 10 Kreuzer erwerben, eine Tasse Kaffe kostet hingegen nur 3 Kreuzer. Bei einem gewöhnlichen Tageslohn von etwa 15 Kreuzern, kann man sich vorstellen, dass auch hier nur wenige in den Genuss von Schokolade kamen.
Kurfürst Friedrich August I. (1750 -1827) wurde unter der Bezeichnung Friedrich August der III. 1763 König von Sachsen. Auf seiner Kavalierstour – so bezeichnete man die Reise eines jungen Adeligen durch Europa – die ihn durch Spanien, Frankreich und Italien führte, brachte er die Schokolade mit nach Dresden.
1779 erhielt man für 3 Groschen „eine Tasse Schokolade mit Zwieback“ in „Richters Caffee Haus“ in Leipzig. Ein Kännchen Kaffee mit Sahne kostete ebenfalls 3 Groschen. Schokolade blieb noch einige Zeit das exklusive Heißgetränk, das sich nur Wenige leisten konnten.
Schokolexikon
Biolexikon
Zutaten
Lehrer und Schüler
Rezepte
Geschichte
Herstellung



Die erste Kaffeestube, die auch Schokolade anbot, eröffnete 1673 in Bremen.